Gut oder Böse Teil I: wer entscheidet das?

Ich liebe Philosophie, daher bin ich begeistert meine Meinung zu dieser Frage zu äußern. Die Antwort erfolgt in zwei Teilen, wovon der erste die ursprüngliche Frage selbst behandelt.


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Vom Anbeginn der Geschichtsschreibung und vermutlich schon davor stellten wir uns die Frage nach dem Wesen von Gut und Böse. Die Antworten darauf sind so mannigfaltig wie die Fragenden selbst. Lasst es uns einfach auch mal versuchen.

Wenn wir darüber nachdenken, werden wir feststellen, dass es kein “Gut” und “Böse” im absoluten Sinne gibt – diese Begriffe sind fundamental relativ [3]. Der eine kann nicht einmal ohne den anderen definiert werden, da sie nichts weiter als gegensätzliche Grade derselben Sache sind, genau wie heiß und kalt (das trifft tatsächlich auf so ziemlich alles zu, wie der deutsche Philosoph Hegel wusste). Woher wissen was gut ist, ohne zu wissen, was schlecht ist? [1]

Doch hier endet die Relativität nicht. Im Allgemeinen empfinden wir Taten als “böse”, die absichtlich begangen wurden und schlecht für jemanden sind. Aber was für den einen schlecht ist, mag für den anderen gut sein. Beispielsweise könnte ich Dir den Job wegschnappen, den Du so dringend gebraucht hättest. Auch auf eine einzelne Spezies lässt sich dies nicht begrenzen. Wenn sich etwa ein Virus global ausbreitet, ist das eine Plage für die Menschheit, aber ein Segen für den Virus.

Dem großen Sadhguru von Indien zufolge wird nach vier Kriterien beurteilt, ob eine Handlung gut oder böse ist:

  • die Intention dahinter
  • die Konsequenzen, die sie nach sich zieht
  • wie sich diese Konsequenzen auf den Beurteilenden auswirken
  • wie der Beurteilende die Welt sieht

Letztlich entscheidet das also jeder für sich selbst basierend auf eigenem Wissen, eigenen Werten und eigener Überzeugung. Zusammen ergibt sich aus der Summe dieser individuellen Entscheidungen die kollektive Moral einer Kultur. Aber die Moral verändert sich stetig; von Gesellschaft zu Gesellschaft, von Generation zu Generation, von Mensch zu Mensch unterscheidet sie sich. [2]

Daher müssen wir universelle Werte finden, die Kultur, Zeit und sogar Spezies durchdringen, um zu entscheiden, was “gut” ist und was “schlecht” oder “böse”. Wir werden nicht in der Lage sein, absolute Güte zu definieren, das bleibt unmöglich. Was wir allerdings tun können, ist, die höchstmögliche und allumfassendste Perspektive anzunehmen, um die Thematik zu betrachten. Dies werden wir in Teil II versuchen.


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Quellen

[1] Will Durant: The Story of Philosophy, the Lives and Opinions of the Greater Philosophers, 1926
[2] https://www.youtube.com/watch?v=FJcHN6wzViA, stand 30.03.2020
[3] Dalai Lama: Das Buch der Menschlichkeit, 1999

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